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  • Franzi

Namensfindung bei Zwillingen: Wie das Kind zu seinem Namen kam - mal zwei!

Aktualisiert: 4. Dez 2020



Die harten Fakten gleich vorweg: sich auf einen Namen für's ungeborene Kind zu einigen ist nichts für Romantiker: man wird mit eigenen Vorurteilen, ungefragten Meinungen Dritter und Seiten des Partners konfrontiert, die man bisher (zum Glück?!) nicht kannte. Bei Zwillingen ist das Ganze dann natürlich nochmal ein bisschen komplizierter - wer hätte das gedacht...


Aber alles der Reihe nach... Der geneigte Leser möge sich an dieser Stelle bitte in Städtetrip-Stimmung bringen, denn unsere letzte Reise vor der Geburt sollte uns für eine Woche nach Hamburg führen - möglicherweise nicht die beste Idee in meinem Zustand (ich war zwar erst im 6. SS-Monat, mein Bauch aber mittlerweile so mächtig, dass die Angst des Vermieters unserer Airb´n´b-Wohnung ich könnte womöglich in ebendieser niederkommen bei der Begrüßung deutlich in seinem Gesicht abzulesen war), aber das wird sicher nochmal an anderer Stelle hier Thema sein…

Wir machten uns also auf mehr oder weniger ausgedehnte Spaziergänge durch die Stadt - "prä Twins" noch voll unser Ding…*seufz*... stundenlang haben wir die Straßen diverser Metropolen zu Fuß erkundet und besonders die vielen Gespräche genossen, die beim Schlendern entstehen. Und dabei war zu dieser Zeit natürlich auch immer wieder unser baldiger Nachwuchs Thema. Zu den Namen für die beiden Würmchen hatten wir uns zwar schon viele Gedanken gemacht, waren aber noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. Einerseits mussten natürlich die Kriterien beachtet werden, die uns auch bei einem einzelnen Kind wichtig gewesen wären.


Unsere 5 wichtigsten Kriterien für die Namenswahl bei Kindern:

  • Die Namen sollten nicht unter den Top10 der beliebtesten Vornamen der letzten paar Jahre rangieren: ich habe miterlebt, wie sich bei einer Freundin der halbe Spielplatz umdrehte, als sie ihr Kind rief...das wollte ich definitiv vermeiden. Natürlich kann man nie wissen, ob sich der schlussendlich gewählte Name dann nicht doch noch zu einem Eltern-Liebling entwickelt - in diesem Fall hat man wohl einfach “Pech” gehabt und freut sich über die vielen erwartungsvollen Kinderaugen, die nach dem Rufen auf einen gerichtet sind...

  • Die Namen sollten zum eigenen Nachnamen passen: ein extravaganter Vorname, auf den dann ein Müller/Meier/Schulze folgt, wäre nicht so mein Ding; auch könnte ein Doppel-VOR-Name zu einem Doppel-NACH-Namen später für Verwirrung sorgen.

  • Die Namen sollten zur Region passen, in der man lebt: was nützt es mir, mich über meinen kleinen Mathew zu freuen, wenn ich weiß, dass der Großteil meiner Familie seinen Namen nicht aussprechen kann…?

  • Die Namen sollten auch im Erwachsenenalter funktionieren: sprich, alle Verniedlichungsformen haben auf der Geburtsurkunde meiner Kinder nix verloren - sorry, Timmy…

  • Die Namen sollte man nicht mit (unliebsamen) Personen aus der eigenen Vergangenheit verbinden: mit diesem Argument schlossen wir gegenseitig immerhin einen Großteil unserer jeweiligen Favoriten aus.

Bei Zwillingen kamen da nun noch ein paar weitere Aspekte hinzu.


Unsere Top 5 Kriterien für die Namensfindung bei Zwillingen:


  • Die Namen sollten nicht zu ähnlich klingen: das hat ganz pragmatische Gründe...man ist eben doch recht oft am Rufen und da wollte ich Verwechslungen gerne vorbeugen.

  • Die Namen sollten was Herkunft, Aussprache etc. angeht zueinander passen: schön klingen z.B. zwei Namen aus dem norddeutschen Raum zusammen; ein klassischer deutscher Name gepaart mit einem, den man französisch aussprechen muss hingegen eher weniger.

  • Die Namen sollten ähnlich lang und ähnlich “schön” sein - Letzteres ist natürlich zu einem Gutteil subjektiv, wenn sich die Eltern aber auf ihr Bauchgefühl verlassen, kann an dieser Stelle viel Neid und Missgunst unter den Zwillingen vermieden werden.

  • Die Namen sollten nicht von berühmten Paaren abgeleitet werden: ich denke, dieser Punkt ist klar...Ernie & Bert oder Adam & Eva mögen als Arbeitstitel in der Schwangerschaft ganz witzig sein - mehr aber auch nicht.

  • Die Namen sollten keine gemeinsamen Anfangsbuchstaben haben: an dieser Stelle scheiden sich sicherlich die Geister… Einerseits sieht es häufig sehr schön aus, wenn die Namen von Zwillingen mit dem gleichen Buchstaben beginnen und es suggeriert eine gewisses Zusammengehörigkeit, andererseits weiß ich um meine Schusseligkeit und wollte beim Rufen nicht durcheinander kommen (wie sich rausgestellt hat, passiert das trotz unterschiedlicher Initialen immer mal wieder...da will ich mir gar nicht vorstellen, wie´s mit den gleichen Buchstaben wäre…).


Um auf unsere Hamburg-Spaziergänge zurückzukommen: gerade als wir mal wieder über zwei Namen aus der engeren Auswahl philosophierten, fuhr ein Kutter an uns vorbei inklusive bärtigem Kapitän im dunkelblauen Strickpulli (ich bin mir mittlerweile übrigens sicher, dass er auch eine Tabakpfeife in der Hand hatte…), der uns zuwinkte und - mit Blick auf meinen prallen Kugelbauch - “Alles Gute!” rief! Könnte das Thema Namensfindung etwa doch noch ein bisschen Platz für Romantik übrig haben? Wir jedenfalls müssen uns jetzt immer dümmlich angrinsen, wenn wir davon erzählen, wie unsere Jungs zu ihren Namen gekommen sind...Ahoi!


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